{"id":2735,"date":"2025-09-10T16:28:35","date_gmt":"2025-09-10T14:28:35","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/?page_id=2735"},"modified":"2025-09-10T17:34:22","modified_gmt":"2025-09-10T15:34:22","slug":"gewoehnliche-robinie-robinia-pseudoacacia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/index.php\/stadtgarten-karte\/gewoehnliche-robinie-robinia-pseudoacacia\/","title":{"rendered":"Gew\u00f6hnliche Robinie (Robinia pseudoacacia)"},"content":{"rendered":"\n<p>Gew\u00f6hnliche Robinie (Robinia pseudoacacia)<\/p>\n\n\n\n<p>Die aus den \u00f6stlichen USA stammende Gew\u00f6hnliche Robinie wurde vermutlich erstmals 1601 durch Jean Robin, dem Hofg\u00e4rtner der franz\u00f6sischen K\u00f6nige, nach Frankreich eingef\u00fchrt. Nach Robin wurde auch die Gattung benannt. Der erste belegte Nachweis aus England stammt von 1634, im Jahr 1670 wurde sie im Berliner Lustgarten gepflanzt. Am Naturstandort w\u00e4chst sie als Pionierpflanze in Laubmischw\u00e4ldern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die auch als Scheinakazie oder Falsche Akazie bezeichnete Baumart ist ein sommergr\u00fcnes Laubgeh\u00f6lz mit gefiederten Bl\u00e4ttern, Dornen und einer tiefgefurchten, graubraunen Rinde. Sie geh\u00f6rt zur Unterfamilie der Schmetterlingsbl\u00fctler und z\u00e4hlt mit ihren \u00fcppig duftenden, im Fr\u00fchsommer erscheinenden traubenf\u00f6rmig h\u00e4ngenden, wei\u00dfen Bl\u00fcten zu den wertvollen Bienenweidepflanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das extrem harte und witterungsbest\u00e4ndige Holz eignet sich f\u00fcr vielf\u00e4ltige Verwendungen im Au\u00dfenbereich. Dort wird es h\u00e4ufig unbehandelt im Zaun-, Gartenm\u00f6bel- und Terrassenbau eingesetzt. Obwohl es deutlich haltbarer als Eichen- oder Edel-Kastanienholz ist, wird es nur ungern f\u00fcr Weidepf\u00e4hle verwendet. Die Rinde ist wie fast alle Pflanzenteile des Baumes besonders f\u00fcr Pferde stark giftig und in das harte Holz lassen sich N\u00e4gel oder Krampen nur sehr schwer einschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Europa wurde die Gew\u00f6hnliche Robinie zun\u00e4chst als Ziergeh\u00f6lz in Parkanlagen und Botanischen G\u00e4rten gepflanzt. Bereits am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie aufgrund der guten Holzeigenschaften in der Forstwirtschaft eingesetzt. Da die anspruchslose Robinie mit trockenen und sandigen Grenzstandorten zurechtkommt, galt sie als willkommene Erg\u00e4nzung zu den heimischen Baumarten. Sie kann sich durch unterirdische Wurzelbrut und auch \u00fcber Stockausschl\u00e4ge vegetativ vermehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Pionierbaumart breitet sie sich insbesondere auf schlechten Standorten invasiv aus und verdr\u00e4ngt die heimische Flora. So ist sie f\u00e4hig, Abraumhalden, Brachfl\u00e4chen an Bahnd\u00e4mmen, Schutthaufen und auch Kalktrockenstandorte zu besiedeln. Auf den Tr\u00fcmmerschuttfl\u00e4chen des zweiten Weltkrieges eroberte sie in vielen Gro\u00dfst\u00e4dten gro\u00dfe Brachfl\u00e4chen. Die Gew\u00f6hnliche Robinie ist als Schmetterlingsbl\u00fctler in der Lage, mit ihren Wurzelkn\u00f6llchenbakterien Luftstickstoff binden. Dieses f\u00fchrt dazu, dass der N\u00e4hrstoffhaushalt in seltenen, kalkreichen Biotopen ver\u00e4ndert wird. Ich pers\u00f6nlich betrachte die Eignung der gew\u00f6hnlichen Robinie als Baumart in der Forstwirtschaft als sehr problematisch. Standorte, die die Robinie einmal erobert hat, gibt sie so leicht nicht mehr her. Sie ist deutlich schwieriger zu beseitigen als die Sp\u00e4te Traubenkirsche. Mit ihren Wurzelsch\u00f6sslingen wandert sie auch gerne \u00fcber weite Strecken in die n\u00e4chste Kulturfl\u00e4che und \u00fcberwuchert dort die gepflanzten Jungb\u00e4ume. Die Stockausschl\u00e4ge der zweiten Generation brechen im Gegensatz zu denen anderer Baumarten wie der Eiche oder der Edel-Kastanie schon bei normalen Winterst\u00fcrmen aus dem Mutterstock aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum eine Baumart wird Europa derart kontrovers diskutiert. F\u00fcr den einen z\u00e4hlt die Gew\u00f6hnliche Robinie als invasiver Neophyt, f\u00fcr den anderen als Hoffnungstr\u00e4ger unter Ber\u00fccksichtigung der klimatischen Ver\u00e4nderungen. F\u00fcr das Jahr 2020 wurde sie von der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung zum Baum des Jahres gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"518\" height=\"510\" src=\"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/28-Gewoehnliche-Robinie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2739\" srcset=\"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/28-Gewoehnliche-Robinie.jpg 518w, https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/28-Gewoehnliche-Robinie-300x295.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bildquelle: Christoph Michels, Dipl. Forstwirt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gew\u00f6hnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) Die aus den \u00f6stlichen USA stammende Gew\u00f6hnliche Robinie wurde vermutlich erstmals 1601 durch Jean Robin, dem Hofg\u00e4rtner der franz\u00f6sischen K\u00f6nige, nach Frankreich eingef\u00fchrt. Nach Robin wurde auch die Gattung benannt. Der erste belegte Nachweis aus England stammt von 1634, im Jahr 1670 wurde sie im Berliner Lustgarten gepflanzt. 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