{"id":2741,"date":"2025-09-10T16:28:35","date_gmt":"2025-09-10T14:28:35","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/?page_id=2741"},"modified":"2025-09-10T17:34:22","modified_gmt":"2025-09-10T15:34:22","slug":"europaeische-eibe-taxus-baccata","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/index.php\/stadtgarten-karte\/europaeische-eibe-taxus-baccata\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Eibe (Taxus baccata)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Eibe ist in West-, S\u00fcd- und Mitteleuropa sowie der Krim und im Nord-Iran beheimatet. Ihre n\u00f6rdliche Verbreitungsgrenze wird durch die Frosth\u00e4rte von etwa -20\u00b0C begrenzt und liegt an der S\u00fcdk\u00fcste Norwegens. Die Eibe war bereits im Terti\u00e4r und auch w\u00e4hrend der Zwischeneiszeiten in Mitteleuropa verbreitet. Nach der letzten Kaltzeit gelang es ihr, sich trotz des Konkurrenzdruckes der schnellerw\u00fcchsigen Buche wieder bis in den S\u00fcden Skandinaviens auszubreiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr fl\u00e4chiges Vorkommen in gro\u00dfen Teilen Europas wurde jedoch durch menschlichen Einfluss erheblich reduziert. Heute wird sie auf Naturstandorten in Deutschland als gef\u00e4hrdete Baumart eingestuft. Der starke R\u00fcckgang der Eibe hat vielfache Ursachen, die bis ins fr\u00fche Mittelalter zur\u00fcckreichen. Die Funde an der 5200 Jahre alten Gletschermumie \u201e\u00d6tzi\u201c belegen, dass das z\u00e4he und elastische Holz der Eibe bereits in der sp\u00e4ten Jungsteinzeit f\u00fcr den Bau von B\u00f6gen verwendet wurde. Der Bedarf an Eibenholz f\u00fcr die Langbogen der Engl\u00e4nder f\u00fchrte im Laufe des Mittelalters dazu, dass zun\u00e4chst die gesamten Eibenbest\u00e4nde Englands, sp\u00e4ter auch der gr\u00f6\u00dfte Teil der Best\u00e4nde Nord- und Mitteleuropas ausgerottet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fast alle Pflanzenteile der Eibe mit Ausnahme der Pollen und des roten Fruchtmantels, der die Samen umgibt, sind nicht nur f\u00fcr den Menschen, sondern auch f\u00fcr das Vieh stark giftig. Etwa 100 Gramm der dunkelgr\u00fcnen, weichen Nadeln reichen aus, um ein Pferd zu t\u00f6ten. Daher wurden alle Eiben im Umfeld der Pferdehaltung aber auch auf Waldweidefl\u00e4chen beseitigt. Die Intensivierung der Waldnutzung trug ebenfalls dazu bei, dass die sehr langsam wachsende Baumart gro\u00dffl\u00e4chig verschwand. Lediglich in schwer zug\u00e4nglichen und d\u00fcnner besiedelten Gebirgsregionen konnten sich nat\u00fcrliche Best\u00e4nde der Eibe erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die immergr\u00fcne Europ\u00e4ische Eibe ist die schattenvertr\u00e4glichste Baumart Europas und kann ein sehr hohes Alter von \u00fcber 1000 Jahren erreichen. Sie hat ein weitl\u00e4ufiges und tiefreichendes Wurzelsystem, welches ihr das \u00dcberleben auf flachgr\u00fcndigen, kalkreichen und trockensten B\u00f6den erm\u00f6glicht. Als Generalist gedeiht sie jedoch auch auf feuchten, verdichteten und n\u00e4hrstoffarmen Standorten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eibe hat ein stark ausgepr\u00e4gtes Regenerationsverm\u00f6gen. Als einzige europ\u00e4ische Nadelbaumart ist sie in der Lage, wieder aus dem Stock auszutreiben. Sie ist extrem schnittvertr\u00e4glich und vertr\u00e4gt R\u00fcckschnitte bis ins tiefe Holz, was sie zu einer beliebten Heckenpflanze und Formgeh\u00f6lz hat werden lassen. Seit der Renaissance wird sie daher gerne in der Gartengestaltung eingesetzt. Der immergr\u00fcne, langsam wachsende Baum belebt auch in der winterlichen Jahreszeit Parkanlagen und Friedh\u00f6fe so dass nicht selten dort alte Exemplare zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Verbreitung der Eibe sorgen V\u00f6gel und Nagetiere, die die leuchtend roten Fr\u00fcchte aufnehmen und die Samen \u00fcber weite Strecken transportieren. In der Regel w\u00e4chst sie als vielst\u00e4mmiger Gro\u00dfstrauch oder Kleinbaum heran. Nur selten bildet sie st\u00e4rkeres Stammholz aus, welches dann f\u00fcr gerne f\u00fcr hochwertige Furnierarbeiten, Holzschnitzereien oder zum Bau von Musikinstrumenten verwendet wird. St\u00e4rkere Baumst\u00e4mme sind h\u00e4ufig aus zusammengewachsenen Einzelst\u00e4mmen entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der botanische Gattungsname Taxus kann sowohl vom griechischen \u201etoxon\u201c (Bogen) und \u201etoxikon\u201c (Pfeilgift) oder auch vom indogermanischen \u201eteks\u201c (k\u00fcnstlich herstellen) abgeleitet werden. Der Artname baccata stammt vom lateinischen \u201ebacca\u201c (Beere) ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/165-Europaeische-Eibe.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2742\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildquelle: Christoph Michels, Dipl. Forstwirt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Eibe ist in West-, S\u00fcd- und Mitteleuropa sowie der Krim und im Nord-Iran beheimatet. 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