{"id":2772,"date":"2025-09-10T16:28:35","date_gmt":"2025-09-10T14:28:35","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/?page_id=2772"},"modified":"2026-07-17T10:15:20","modified_gmt":"2026-07-17T08:15:20","slug":"gewoehnliche-rosskastanie-aesculus-hippocastanum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/index.php\/stadtgarten-karte\/gewoehnliche-rosskastanie-aesculus-hippocastanum\/","title":{"rendered":"Gew\u00f6hnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gew\u00f6hnliche Rosskastanie stammt aus r\u00e4umlich abgegrenzten Populationen auf der Balkanhalbinsel in Teilen Griechenlands, Albaniens und Nordmazedoniens. In ihrem nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebiet besiedelt sie frische, n\u00e4hrstoffreiche und tiefgr\u00fcndige B\u00f6den in den Berg- und Schluchtw\u00e4ldern mittlerer Gebirge zwischen 900 und 1300 m Meeresh\u00f6he. Die Gattung der Rosskastanien war im Terti\u00e4r \u00fcber weite Teile Europas verbreitet und konnte sich w\u00e4hrend der Kaltzeiten des Quart\u00e4rs in die Refugialgebiete auf der Balkanhalbinsel zur\u00fcckziehen. Im Jahr 1576 gelangte die Baumart aus Konstantinopel nach Wien und von dort aus im 17. Jahrhundert wieder nach Mitteleuropa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der bis zu 30 m hohe sommergr\u00fcne Laubbaum ist ein beliebter Stra\u00dfen- und Alleebaum und wurde bereits im 17. Jahrhundert in Parkanlagen und Gr\u00fcnfl\u00e4chen verwendet. Gerne wurde er wegen seiner breit ausladenden Krone als Schattenspender in Bierg\u00e4rten gepflanzt. In der Forstwirtschaft spielt die Baumart keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gew\u00f6hnliche Rosskastanie hat sehr dekorative, fingerf\u00f6rmig gelappte und oberseits sattgr\u00fcne Bl\u00e4tter. Ihre spektakul\u00e4ren, im April und Mai erscheinenden Bl\u00fctenst\u00e4nde sind eine gute Bienenweide, da sie reichlich Nektar und Pollen produzieren. Die in einer kugelig-stacheligen Fruchth\u00fclle reifenden, rotbraun-gl\u00e4nzenden Fr\u00fcchte fallen im September und Oktober zu Boden. Sie werden nicht nur vom Wild als st\u00e4rkehaltige Nahrung aufgenommen, sondern auch seit fr\u00fcher Zeit von Kindern gesammelt und zum Basteln verwendet. Die Gew\u00f6hnliche Rosskastanie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen. Der meist kurze und kr\u00e4ftige Stamm weist h\u00e4ufig einen Drehwuchs im Uhrzeigersinn auf. Die graubraune, plattige Borke bl\u00e4ttert im Alter in Schuppen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 1984 hat sich von S\u00fcdosteuropa aus die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) verbreitet. Vermutlich hatte die Miniermotte gemeinsam mit der Rosskastanie in den eiszeitlichen Refugien \u00fcberdauert. Der Kleinschmetterling legt seine Eier auf der Oberseite der Bl\u00e4tter ab, die geschl\u00fcpften R\u00e4upchen fressen sich ins Blattinnere und minieren unterhalb der Blattoberfl\u00e4che. Es entstehen braune Flecken auf der oberen Blattseite, die bei starkem Befall den gr\u00f6\u00dften Teil des Blattgr\u00fcns vernichten und bereits im Sommer zu einem vorzeitigen Laubfall f\u00fchren. Neben der optischen Beeintr\u00e4chtigung geraten die B\u00e4ume bei regelm\u00e4\u00dfigem starkem Befall in eine dauerhafte Stresssituation. Bislang sterben die B\u00e4ume jedoch durch den Befall nicht ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitaus gravierendere Erkrankung ist von den Niederlanden aus nach Nord- und Westdeutschland eingewandert. Das vermutlich aus Indien stammende und seit 2002 in den Niederlanden auftretende Bakterium Pseudomonas syringae pv. Aesculi wurde 2007 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Die Krankheit f\u00fchrt zu Nekrosen an Kambium und Rinde, es bilden sich Risse und Schleimflussflecken am Stamm und den \u00c4sten. Schlie\u00dflich wird die Belaubung sch\u00fctter, \u00c4ste, Kronenteile und der ganze Baum sterben ab. Die geschw\u00e4chten B\u00e4ume werden anf\u00e4llig f\u00fcr Wei\u00dff\u00e4ule erzeugende Pilze und werden sehr schnell statisch instabil. Zahlreiche befallene Einzelb\u00e4ume und Alleen mussten bereits gef\u00e4llt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gew%C3%B6hnliche_Rosskastanie\">Mehr zu diesem Baum in Wikipedia<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\" style=\"margin-top:var(--wp--preset--spacing--10);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--10)\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"528\" height=\"495\" src=\"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/250-Gewoehnliche-Rosskastanie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2773\" style=\"width:960px\" srcset=\"https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/250-Gewoehnliche-Rosskastanie.jpg 528w, https:\/\/stadtgarten-verein.koeln\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/250-Gewoehnliche-Rosskastanie-300x281.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 528px) 100vw, 528px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildquelle: Christoph Michels, Dipl. Forstwirt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gew\u00f6hnliche Rosskastanie stammt aus r\u00e4umlich abgegrenzten Populationen auf der Balkanhalbinsel in Teilen Griechenlands, Albaniens und Nordmazedoniens. In ihrem nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebiet besiedelt sie frische, n\u00e4hrstoffreiche und tiefgr\u00fcndige B\u00f6den in den Berg- und Schluchtw\u00e4ldern mittlerer Gebirge zwischen 900 und 1300 m Meeresh\u00f6he. 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